Die ub.mdw empfiehlt

In ihrem Empfehlungsdienst "Librarian's Choice" wirft die ub.mdw monatlich Schlaglichter auf Besonderheiten aus ihrem Bestand.
 

LC # 48 | Jänner 2019

Geburtstag im Hause Usher

"I spend my existence in the House of Usher"
Claude Debussy

Am 19. Januar 2019 jährt sich der Geburtstag von Edgar Allan Poe zum 210 Mal. Als Erfinder der modernen Detektivgeschichte sowie als prägender Autor schaurig-schöner Erzählungen und Gedichte ist er den meisten ein Begriff. Seine Poesie, in Europa u.a. rezipiert von Charles Baudelaire, wurde zum Fundament des Symbolismus und lieferte zugleich eine wegweisende Blaupause für (europäische) Dekadenzdichtung. Doch erstreckt sich sein Einfluss auch auf die Musik des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Claude Debussy etwa bekannte einst, „sein Leben im Hause Usher zu verbringen“. Zwei (leider unvollendete) Opern zeugen davon.

An der ub.mdw finden Sie Poe-affines Notenmaterial, etwa von den Komponisten Aribert Reimann, Bernd Richard Deutsch, Joseph Holbrooke, Templeton Strong oder der Komponistin Nancy  van de Vate.

Auch der an der mdw lehrende Komponist Periklis Liakakis konnte nicht an Poe vorübergehen und schuf mit USHER_the revenge_of_madeline eine gegen den Strich gebürstete, feministisch aufgeladene „House of Usher“-Paraphrase.

Darüber hinaus bietet unser Suchportal Nachweise von Poes eigenen Werken, Sekundärliteratur wie auch von Tonträgern und Filmen, die Teil unseres Bibliotheksbestands sind.

Seine Biografie selbst erinnert mitunter an jene der von ihm geschaffenen Gestalten: Von Schulden und immer wieder aufflackernder Trunksucht getrieben schrieb er bisweilen gleichsam um sein Leben, um auch dräuender Verarmung zu entgehen. Seinen persönlichen Dämonen entkam er schließlich am 7. Oktober 1849. Die Zahl der Theorien darüber, woran Edgar Allan Poe tatsächlich starb, ist groß: Sie reichen von Selbstmord und Mord über Schäden durch Alkoholismus bis hin zu Tollwut, Cholera und Syphilis. Geboren in Boston, Massachussetts, wurde er schließlich in Baltimore, Maryland, begraben.

Sein Werk hingegen ist unsterblich geworden und nach wie vor – nicht nur in der Popkultur – an manch dunklem Ort präsent. Und natürlich an der ub.mdw,

"… Quoth the Raven: Nevermore!"
Edgar Allem Poe, The Raven

Text: Thomas Fröhlich (ub.mdw)

 

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