Schreibtipp des Monats

Oktober 2021: Wir starten ins Wintersemester mit einem ... Cluster!?


Keine Sorge, hier geht es nicht um Infektionszahlen, und auch nicht um gleichzeitig erklingende benachbarte Töne. Das Cluster, das wir diesen Monat vorstellen möchten, ist vielmehr eine Schreibtechnik, die dabei helfen kann, ein Thema zu finden oder Ideen zu einem Thema zu sammeln und zu visualisieren: Nehmen Sie ein Blatt Papier, notieren Sie in der Mitte Ihr Thema und kreisen Sie es ein. Schreiben Sie einen Begriff, der Ihnen spontan dazu einfällt, daneben, kreisen Sie Ihn ein und verbinden Sie die beiden Kreise mit einer Linie. Zu Ihrem letzten Begriff schreiben Sie nun einen weiteren, sodass eine Assoziationskette entsteht. Machen Sie so weiter, bis Ihnen nichts mehr einfällt. Lassen Sie sich dabei von Ihren Assoziationen leiten, schreiben Sie zügig und ordnen Sie die Begriffe nicht. Betrachten Sie abschließend Ihr Blatt Papier: Welche Begriffe und Ideen sind für Sie besonders wichtig? Markieren Sie diese. Wie Sie Ihre zentralen Ideen in einer Mind map ordnen, zeigen wir Ihnen im nächsten Beitrag.

Juni 2021: Lesen wie die Profis

Und noch einmal geht es ums Lesen: Sie haben gründlich recherchiert und sitzen nun vor einem Berg an Büchern und Artikeln, die sie für Ihre Arbeit durcharbeiten müssen? Fünf Buchstaben können Ihnen dabei helfen, die Leseaufgabe schneller zu bewältigen und punktgenau relevante Informationen aus den Texten herauszufiltern: SQ3R – Scan, Question, Read, Recite, Review. So lesen die Profis: Nachdem sie sich einen Überblick über den Text verschafft haben, formulieren sie Fragen, die durch die Lektüre beantwortet werden sollen. Beim Lesen machen sie Randnotizen, geben wichtige Textstellen in eigenen Worten wieder und ziehen abschließend über den Informationsgehalt des Gelesenen Bilanz. Überzeugt? Hier finden Sie Näheres zur SQ3R-Technik.

Mai 2021: Lesen mit Strategie(n)!

Moment mal, das ist doch ein Schreibtipp … Wieso geht es hier plötzlich ums Lesen? Was kann man beim Lesen schon falsch machen? Nun ja, eigentlich nicht viel. Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie oft und mit welcher Strategie Sie einen wissenschaftlichen Text gelesen haben, bevor Sie darüber zu schreiben beginnen? Nein? Dann haben wir hier den richtigen Tipp für Sie. Denn wenn es beim Schreiben hakt, kann das durchaus auch daran liegen, dass dem Prozess des Lesens zuvor nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
 Zunächst gilt es, verschiedene Arten des Lesens zu unterscheiden, die unterschiedliche Strategien verfolgen. Anfangs, wenn es hauptsächlich darum geht, sich rasch einen Überblick über Ihren Themenbereich zu verschaffen, empfiehlt sich das orientierende Lesen, mit dem Sie Texte nur überfliegen und dabei anhand von Schlüsselwörtern auf deren Relevanz für Ihre Zwecke schließen. Haben Sie Ihr Thema bereits festgelegt, folgt eine Phase des intensiven Lesens, in der Sie ausgewählte Texte mehrmals aufmerksam lesen, unbekannte Begriffe nachschlagen und die Argumentation nachzuvollziehen versuchen. Dabei empfiehlt es sich, Randnotizen zu machen und wichtige Passagen mit eigenen Worten zusammenzufassen. Um eine Haltung zu einem Thema zu entwickeln, müssen Sie schließlich die Texte noch einmal kritisch lesen, indem Sie diese auf die Tragfähigkeit von Fragestellung, Argumentation und Methodik hin überprüfen.
Wer einen Text mehrmals und unter Anwendung dieser verschiedenen Strategien liest, setzt sich gedanklich mit dessen Inhalten bereits intensiv auseinander. Diese Gedanken auch niederzuschreiben, ist dann meist nur mehr ein kleiner Schritt.

April 2021: Aufhören, wenn es am Schönsten ist

Ob man im Leben immer dann aufhören sollte, wenn es am Schönsten ist, darüber kann man streiten. Für das Schreiben gilt jedenfalls: Wenn Sie das Gefühl haben, es läuft gerade richtig gut und der Text formuliert sich wie von selbst, dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um aufzuhören. Fahren Sie den Laptop herunter und machen Sie Feierabend. Warum? Am nächsten Tag werden Sie sich mit einem positiven Gefühl an den Schreibtisch setzen und wieder leicht ins Schreiben hineinfinden. Umgekehrt sollten Sie es vermeiden, mit dem Schreiben Schluss zu machen, wenn Sie gerade irgendwo festhängen. Dann ist es besser, Sie machen eine Pause, gehen eine Runde spazieren und nehmen dann einen neuen Anlauf. Skizzieren Sie zumindest in Stichworten, wie es weitergehen soll. So geben Sie einer kleinen Schreibpanne keine Chance, sich über Nacht zur Blockade auszuwachsen.

März 2021: Alles unter Kontrolle!?

Kennen Sie das? Sie haben noch drei Tage Zeit bis zur Abgabe Ihrer Arbeit und müssen noch die Einleitung schreiben, Belege für Ihre Zitate suchen, das Literaturverzeichnis erstellen, und mit der Formulierung Ihres Fazits sind Sie auch noch nicht zufrieden. Könnte knapp werden, dabei ging das Schreiben so zügig voran. Wer kann schon ahnen, dass noch so viele Arbeitsschritte vor der Abgabe zu erledigen sind? Wenn Sie Ihr nächstes Schreibprojekt lieber stressfrei und strukturiert gestalten wollen, empfehlen wir die Verwendung eines Arbeitsplans. Damit stellen Sie sicher, dass für jede Phase des Schreibens genügend Zeit eingeplant ist, Sie können sich selbst Deadlines setzen und kommen so Ihrem Ziel kontinuierlich und ohne böse Überraschungen näher. Eine Vorlage für einen Arbeitsplan finden Sie > hier.

November 2020: Darüber reden hilft

Manchmal will das mit dem Schreiben nicht so recht klappen: die Sätze sind zu lang, die Formulierungen umständlich und die Argumentation dreht sich im Kreis. Dabei wissen Sie eigentlich genau, was Sie sagen wollen, aber auf dem Papier klingt es irgendwie anders. Unser Tipp: Wechseln Sie vom Schreiben zum Reden! Stellen Sie sich eine Person vor, die von Ihrem Thema keine Ahnung hat, z.B. Ihre Großmutter oder den sechsjährigen Sohn Ihrer Freundin. Nun erklären Sie dieser Person in ganz einfachen Worten, worüber Sie schreiben, was Sie herausfinden möchten, wie Sie es herausfinden möchten und was Sie daran spannend finden. Wenn Sie möchten, können Sie sich auch dabei aufnehmen. Ist es Ihnen gelungen, Ihre Gedanken mühelos zu formulieren? Dann versuchen Sie es nochmal mit dem Schreiben, bleiben Sie dabei aber möglichst nahe an der gesprochenen Sprache.

Oktober 2020: Arbeitsplatz gestalten

Manche schreiben zu Hause, andere gehen lieber in die Bibliothek oder ins Kaffeehaus. Sicher ist aber: eine kreative Tätigkeit wie das Schreiben braucht eine inspirierende Umgebung. Denn ein Ort, an dem Sie sich wohlfühlen, ist die Voraussetzung dafür, dass Sie konzentriert und zugleich entspannt arbeiten können. Inspizieren Sie Ihren gewohnten Arbeitsplatz: Passen die Lichtverhältnisse? Haben Sie genug Ablagefläche? Wie sieht es mit Hintergrundgeräuschen aus? Können Sie ungestört und ohne Ablenkungen arbeiten?
Hilfreich ist es auch, zwischendurch einmal den Arbeitsplatz zu wechseln. Sie müssen dazu nicht einmal die Wohnung verlassen, oft reicht es schon, den Schreibtisch gegen die Couch zu tauschen.

September 2020: In kleine Portionen teilen

Die Abschlussarbeit türmt sich wie ein unüberwindbarer Berg vor Ihnen auf? Unser Tipp: Gehen Sie kleine Etappen! Sich mit dem Vorsatz „Ich schreibe heute an meiner Diplomarbeit“ an den Schreibtisch zu setzen, führt oft direkt in die Schreibblockade. Formulieren Sie stattdessen klar abgegrenzte Schreibaufgaben: „Ich schreibe heute die Überleitung zwischen Kapitel 2 und 3 und überlege mir anhand von Stichworten eine Struktur für Kapitel 3“. Solche Aufgaben lassen sich leichter bewältigen und bringen Sie Schritt für Schritt Ihrem Ziel näher.

Juli 2020 : Freewriting

Es ist neun Uhr morgens. Der Kaffee dampft, der Laptop ist hochgefahren, und alles ist zum Schreiben bereit. Sie müssen nur noch anfangen.

Doch wie? Beginnen Sie doch einmal mit einem Freewriting, um in den Schreibfluss zu kommen! Nehmen Sie ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand. Wenn Sie lieber am Computer arbeiten, stellen Sie die Schriftart auf weiß ein. Setzen Sie sich ein Zeitlimit von ca. 5 Minuten (Wecker stellen!). Und los geht’s. Schreiben Sie, ohne zu unterbrechen, alles auf, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Der Stift bleibt ständig in Bewegung. Lesen Sie nicht, was Sie geschrieben haben und zensurieren Sie nichts. Wenn Ihnen gerade nichts einfällt, schreiben Sie: „Mir fällt nichts ein“, solange bis neue Gedanken kommen. Sie werden erstaunt sein, wie viel Text Sie in kurzer Zeit produzieren können.

Juni 2020 : Notizbuch

Die besten Ideen kommen meist dann, wenn man am wenigsten damit rechnet: in der U-Bahn, beim Anstellen an der Supermarktkasse, abends in der Badewanne … Das ist ganz natürlich. Denn für den freien Fluss der Gedanken ist nichts schädlicher, als vor dem Laptop zu sitzen und auf den Bildschirm zu starren.

Unser Tipp daher: Tragen Sie stets ein kleines Notizbuch bei sich, in das sie spontane Einfälle sofort notieren. Festhalten können Sie darin nicht nur Ideen, Argumente oder Fragen zu Ihrem Thema, sondern auch besonders gelungene Formulierungen, auf die Sie zufällig beim Lesen von Fachliteratur gestoßen sind.