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LC # 68  |  Juni 2021

Night & Day: Zum 130. Geburtstag von Cole Porter

„While Isis chases Osiris,
And Pluto Proserpine,
My doc is chasing my virus,
But nobody's chasing me.“

(Aus: Cole Porter, Nobody's Chasing Me)

Ohne ihn wäre das so genannte Great American Songbook bedeutend ärmer: Cole Porter, geboren am 9. Juni in Peru, Indiana. Er textete und komponierte unzählige Songs, Revuen und Musicals. Jazz- und Swing-Größen wie Ella Fitzgerald, Frank Sinatra, Fred Astaire oder Louis Armstrong machten seine Stücke für alle Zeiten populär. Sogar Nobelpreisträger, Singer/Songwriter und 80-Jahre-Jubilar Bob Dylan oder der letzte Dandy im Musikgeschäft, Bryan Ferry, erwiesen Porter die Ehre. Im ORF-Archiv, das an der ub.mdw aufliegt, findet man ein paar herausragende Arrangements für Bigband.

Porters Stil wird meist als elegant oder mondän beschrieben. Sein Talent als Textdichter äußerte sich in vielen witzigen Zeilen und Wortspielen, die ihm aufgrund ihrer eindeutigen Zweideutigkeiten nicht selten Probleme mit der Zensur einbrachten. Bereits in seinen Jahren am College schrieb er Stücke, der richtige Durchbruch gelang ihm jedoch erst mit „Paris“ 1928. Durch den Einfluss seines Freundes Irving Berlin, der selbst Komponist war, erhielt Porter den Zuschlag für das Musical. Es wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem Riesenerfolg und weitere folgten. „Gay Divorce“ (auch ein großartiger Film mit Traumpaar Ginger Rodgers und Fred Astaire) oder „Anything Goes“ waren gleichsam Tagesgespräch. Der Tod seiner Frau Linda, mit der er seit 1919 trotz seiner Homosexualität verheiratet war, setzte ihm 1954 schwer zu. Porter, der zu dieser Zeit aufgrund eines Reitunfalls auf Krücken ging, verlor jeglichen Lebensmut. Schwere Depressionen kennzeichnen seine letzten Jahre, bis er 1964 in Santa Monica, Kalifornien, starb.

Seine Hinterlassenschaft jedoch ist unsterblich: Night and Day …    

„I could search years
no one else could change my tears
Into laughter, after you.“

(Aus: Cole Porter, After you who)

(Text: FRT/ub.mdw)

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